Der Rotstift

Kindergarten: Bundesweiter Rahmenplan wird versendet

9. November 2009

Der "bundesländerübergreifende Bildungs-Rahmenplan für elementare Bildungseinrichtungen in Österreich" ist fertig und soll in den nächsten Tagen an die Kindergärten versendet werden. Kindergartenpädagogen sollen damit eine Anleitung erhalten, wie Kinder bis zum Alter von sechs Jahren optimal gefördert werden. Dabei handelt es sich aber nicht wie an Schulen üblich um einen Lehrplan, sondern um eine Art "Praxisanleitung", hieß es am Dienstag in einer Aussendung des Unterrichtsministeriums.

Entwickelt wurde der Plan vom "Charlotte-Bühler-Institut für praxisorientierte Kleinkindforschung" in Wien sowie dem Unterrichtsministerium. Zu finden sind darin keine Vorgaben über Gruppengrößen oder Vorbereitungszeiten der Pädagogen, sondern bestimmte Prinzipien und Vorgaben für die tägliche Arbeit.

So heißt es etwa unter anderem beim Thema Sprache, dass der "Erstsprache der Kinder ein besonderer Stellenwert zukommt". Und: "Die Familiensprache verdient Wertschätzung, da Sprache und Identität eng zusammenhängen. Erfolgreicher Zweitspracherwerb baut auf erstsprachlichen Kompetenzen auf, daher ist es wichtig, auch die Erstsprache ständig weiterzuentwickeln." Beim Thema Sexualität werden "sachrichtige Antworten auf kindliche Fragen" empfohlen.

Angeregt werden Räume, deren Einrichtung die Kinder umgestalten können oder Räume mit Werkstattcharakter, in denen kreative Ideen umgesetzt werden können. Ausgestattet sein sollten die Kindergärten mit "Spielmittel für das Experimentier-, Bau- und Konstruktionsspiel, für Symbol- und Rollenspiele, regelgebundene Spiele sowie Bewegungsspiele". Und: "Strukturierte und unstrukturierte Materialien zum Gestalten, Musizieren, für Literacy, naturwissenschaftliches Experimentieren und Forschen sowie hauswirtschaftliche Tätigkeiten unterstützen die Erweiterung der kindlichen Kompetenzen". Die freie Wahl von Spielmaterialien und -partnern sowie Spielaktivitäten förderten die Selbstbestimmung der Kinder und bewirke eine "hohe intrinsische Motivation für ihre Lernprozesse".

Außerdem sollen Kinder etwa Gelegenheit erhalten, sich mit Kunstwerken, Künstlern und Kulturgegenständen sowohl der eigenen als auch anderer Kulturen auseinanderzusetzen oder bei Experimenten Methoden für wissenschaftliches Denken und Handeln zu erproben.

Für Unterrichtsministerin Claudia Schmied ist der Bildungsplan "nach dem verpflichtenden Kindergartenjahr ein neuer Meilenstein", hieß es in einer Aussendung.

Der Bildungsplan steht ab sofort auch elektronisch unter www.bmukk.gv.at zur Verfügung.

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