Der Rotstift

Schwarzer Versuchsballon

23. November 2011

Die ÖVP hat einen weiteren Versuchsballon zur Lehrer/innen-Zukunft losgelassen. Diesmal von VP-Ministerin Fekter. Die Finanzministerin meint in einem Interview mit der morgen erscheinenden Tageszeitung „Die Presse“ (24.11.), dass „Zwanzig Prozent mehr Gehalt, dreißig Prozent mehr Arbeit" gut wären. Und weiter zeigt Sie sich von der Leistungsfähigkeit jüngerer Kolleg/innen besonders überzeugt; „zum Beispiel ein Achtundzwanzigjähriger könne durchaus einige Stunden mehr unterrichten“.

VP-Fekter verschweigt, dass durch die Abflachung der Gehaltskurve die Lebensverdienstsumme nicht steigt sondern gleichbleibt. Nur die Anfangsgehälter sind um 20 Prozent höher. Damit ist Mehrarbeit ohne eine Erhöhung der Lebensverdienstsumme im gleichen Ausmaß ein Kürzung. Bei einer Erhöhung der Lehrverpflichtung um dreißig Prozent haben die Kolleg/innen um  EIN DRITTEL weniger Lebenseinkommen. Bereits früher hat Fekter ja davon gesprochen, „weg von den exorbitanten Lehrergehältern“ zu wollen.

Mit der herrschenden Hysterie an den Finanzmärkten, der Angst vor dem Verlust des Triple-A-Ratings in Österreich und der Schuldenbremse im Verfassungsrang nimmt die Anzahl an Einsparungswünschen offensichtlich zu.

Dies ist kein Ergebnis aus den Verhandlungen zum Dienstrecht. Im Moment ist es die Einzelmeinung der VP-Finanzministerin. Dabei muss es auch bleiben.

Mag. Heinrich Himmer

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