Erfolgsmodell BMHS
13. Oktober 2011
Innerhalb der gesamten Bildungsdiskussion haben die BMHS eigentlich nur ein einziges großes Problem, dass sie nämlich neben den Pflichtschulen und der AHS noch immer nicht so wahrgenommen werden, wie es ihrem Stellenwert zukäme. Die BMHS ist ein österreichisches Erfolgsmodell auf das - PISA hin oder her - viele schulische Stereotypen nicht anzuwenden sind. Es hat Jahre gedauert, bis sich das bis ins Ministerium durchgesprochen hat.
Dabei ist viel Porzellan zerbrochen worden, "rote" Personalvertreter und Gewerkschafter hatten es schwer mit "ihrer" Ministerin. Und trotzdem bestehen über die Ziele am Horizont kaum Differenzen, umstritten ist fast immer nur der Weg.
Anders als im AHS-Bereich, wo die Neue Mittelschule noch immer großteils als Bedrohung empfungen wird, sind viele BMHS längst Partnerinnen und Partner der Hauptschulen auf ihrem Weg zur gemeinsamen Schule der 10- bis 14-Jährigen. Die Akzeptanz ist hier auch ungleich größer und es herrscht die Meinung, dass der Zug in diese (richtige) Richtung nicht mehr aufzuhalten ist.
Die Ganztagsschule ist im berufsbildenden Schulwesen bei 35 bis 38 Wochenstunden längst Realität, gesunde Schuljause, sportliche Pausengestaltung und warmes Mittagessen sind an vielen BMHS bereits Standard.
Auch die ungerechte Chancenverteilung durch unterschiedliche Herkunft der SchülerInnen versucht die BMHS aufzuheben.
So weit so gut, es bleibt aber immer noch viel zu tun! Nach wie vor ist das Eintreten für kleinere Klassen ein wichtiges Ziel. Deutschförderkurse, gleichermaßen für Zuwanderer wie für Einheimische, erleichtern Integration und ermöglichen Karriere. Arbeitsplätze, die diese Bezeichnung auch verdienen, bilden überhaupt erst einmal die Grundlage für eine längere Anwesenheit des Lehrpersonals in der Schule. Die Einführung des Ethikunterrichts, der Ausbau der politischen Bildung und ein Kurssystem in der Oberstufe gegen das Sitzenbleiben sind weitere Meilensteine auf dem Weg in die Schule der Zukunft.

