Der Rotstift

Aktuelle Stunde im OÖ. Landtag, eingebracht von der SPÖ

27. September 2011

Bildungsschwerpunkte für Oberösterreich:

Dynamischer Ausbau von Ganztagsschulangeboten

 und rasche Errichtung weiterer neuer Mittelschulen

 

 

Neue Mittelschule kommt flächendeckend in ganz Oberösterreich

 

Die Bildungsreform nimmt bundesweit weiter an Dynamik zu. Immer konkreter werden die Pläne zum flächendeckenden Ausbau von Neuen Mittelschulen bis hin zum Zeitplan für die Realisierung an den einzelnen Schulstandorten. Der von Bildungsministerin Claudia Schmied mit dem Koalitionspartner ÖVP und den Landeschulräten koordinierte Stufenplan liegt auch für Oberösterreich bereits vor:   

 

So sollen in unserem Bundesland im Schuljahr

 

            2012/13 an 55 Schulen 137 Klassen,

            2013/14 an 45 Schulen 90 Klassen,

            2014/15 an 40 Schulen 80 Klassen und

            2015/16 an 27 Schulen 54 Klassen

 

                                                           der Neuen Mittelschule eröffnet werden.

 

Der Übergang von der Hauptschule zur Neuen Mittelschule wäre dann im Schuljahr 2015/16 abgeschlossen. Es geht aber inhaltlich um viel mehr als ein bloßes Austauschen der schulischen Begrifflichkeiten. Denn die Neuen Mittelschulen stellen im Vergleich zu den bisherigen Hauptschulen ein qualitativ aufgewertetes Bildungsangebot dar. Sie haben nicht zuletzt aufgrund zusätzlicher Ressourcen auch mehr Möglichkeiten im pädagogischen Bereich.

 

Für die Neuen Mittelschulen gilt grundsätzlich der Lehrplan der AHS-Unterstufe. Auch die österreichischen Bildungsstandards und Bildungsziele sind bindend.

 

Folgende pädagogische Konzepte bestimmen die Neue Mittelschule:

 

-       Individualisierung

-       Differenzierung

-       Unterricht in flexiblen Kleingruppen

-       Inhalte werden themenzentriert von SchülerInnen selbst erarbeitet

-       Themen werden fächerübergreifend, projektorientiert und in offenen Lernformen erarbeitet

-       Ganztägige Betreuung

-       Sport

-       Kreativität

-       Gender

-       Integration

-       E-Learning

-       Externe ExpertInnen

 

Die Neue Mittelschule versteht sich als offene Schule und setzt neben dem gemeinsamen Unterricht von AHS- und HauptschullehrerInnen auch auf externe ExpertInnen. So können beispielsweise JournalistInnen über die Medienlandschaft in Österreich oder SchauspielerInnen über die Arbeit am Theater erzählen.

 

Förderung in der Neuen Mittelschule: Jedes Kind erhält genügend Zeit und Unterstützung, um Lerninhalte im eigenen Lerntempo erfassen zu können. Durch den verstärkten Einsatz von pädagogischer Betreuung auch am Nachmittag wird zusätzliche kostenintensive Nachhilfe weitgehend eingeschränkt.

 

Die flächendeckende "Umstellung" der Hauptschulen auf Neue Mittelschulen ist ein wesentlicher Kernpunkt der Neuen Mittelschule. Darüber hinaus sind aber auch die AHS-Unterstufen eingeladen, sich an diesem Zukunftsprojekt zu beteiligen.

 

Allein in Oberösterreich hat die SPÖ im Zuge der aktuellen Landtagsperiode insgesamt 4 Bundesresolutionen für den Ausbau der Neuen Mittelschulen eingebracht, wobei zwei mehrheitlich beschlossen wurden. Angefangen von der Problematik um die Ausschöpfung der bundesweiten 10-Prozent-Quote zulasten Oberösterreichs bis hin zu den erforderlichen gesetzlichen Änderungen im Bereich der Schulversuchsregelungen und zur Bereitstellung der erforderlichen Budgetmittel begleiteten diese Anträge die Chronologie der Einführung der Neuen Mittelschulen.

 

Dynamik auch bei der Einführung von ganztägigen schulischen Angeboten

 

Die ganztägige Schule stellt in Verbindung mit den modernen pädagogischen Zugängen der Neuen Mittelschule den zweiten zentralen Hebel in unserem Bildungssystem dar. Die Einführung ganztägiger schulischer Angebot zählt auch zu den pädagogischen Konzepten der Neuen Mittelschule. Ganztagsschulen und ganztägige schulische Angebote brauchen aber mehr. Sie stellen vor allem auch die Schulerhalter vor völlig neue Aufgaben. Sie erfordern ein zeitgemäßes Raum- und Bildungskonzept, das einen Ausgleich zwischen Lehr- und Lernzeiten sowie Bewegungs- und Freizeiten bietet. Den ganzen Tag in einem (herkömmlichen) Klassenzimmer zu verbringen, ist kein anstrebenswertes ganztägiges Schulangebot.

 

In der aktuellen Landtagssitzung befindet sich im Eingang die Regierungsvorlage über die Vereinbarung gemäß Artikel 15a B-VG über den Ausbau der ganztägigen Schulformen. Darin festgehalten ist der Grundkonsens zwischen Bund und Bundesländern über den Ausbau der ganztägigen Schulen. Diese Vorlage wird in der Folge in den Gremien des Oö. Landtags beraten, um eine bestmögliche Umsetzung in Oberösterreich zu bewerkstelligen. Inhaltlich umfasst diese Vorlage den Ausbau von ganztägigen Schulangeboten bis zum Jahr 2014. Wie der Ausbau danach weitergeht, ist bei den nächsten Finanzausgleich-Verhandlungen zu klären.

 

Für den Ausbau ganztägiger Schulangebote in OÖ stellt der Bund

von 2011 bis 2014 folgende Geldmittel zur Verfügung:

 

Jahr

Gesamtsumme (€)

davon für Infrastruktur

2011

11.809.344,4

5.466.039,41

2012

8.342.458,29

1.999.153,3

2013

7.271.182,05

-

2014

6.343.304,99

-

 

Schon im Juni 2011 wurde der SP-Initiativantrag " Oberösterreichs Schulbauten für ganztägige Schulformen fit machen" eingebracht. Dieser zielt darauf ab – auf der Basis einer Bestandsanalyse der oberösterreichischen Schulbauten – ein den Leitlinien der Charta schulUMbau entsprechendes Konzept zu erstellen. Konkrete Kriterien für moderne Schulbauten mit ganztägigem schulischen Betrieb sollen darin festgelegt werden. Die Charta schulUMbau (www.schulumbau.at) umfasste eine Reihe innovativer Denkanstöße und Forderungen von Praktikern und Experten zum Thema Schulbau und Bildung.

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