Der Rotstift

52.000 unterstützten Bildungsbegehren

18. Juli 2011

SN – 12. Juli 2011

52.000 unterstützten Bildungsbegehren

Wien(SN). Knapp 52.000 Unterstützungserklärungen haben die Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens rund um den Industriellen und Ex-Vizekanzler Hannes Androsch (SPÖ) zwischen 28. Februar und 1. Juli gesammelt. Das ist deutlich mehr als jene 8.000, die zur Einleitung eines Volksbegehrens vorgeschrieben sind – und bereits die Hälfte jeder 100.000 Unterschriften, die für eine Behandlung des Volksbegehrens im Nationalrat notwendig sind. Das Volksbegehren wird im Herbst eine Woche lang zur allgemeinen Unterstützung aufliegen.

Die Unterstützungsunterschriften, gelagert auf Leiterwägelchen, wurden symbolträchtig von Kindergartenkindern ins Innenministerium gekarrt. Dabei trugen die Kleinen weiße T-Shirts mit dem Slogan des Bildungsvolksbegehren „Österreich darf nicht sitzenbleiben“ und wurden von jeder Menge Prominenz begleitet – allesamt Unterstützer des Bildungsvolksbegehrens. Neben Androsch waren das unter anderem: Ex-Finanzminister Rudolf Edlinger, der Chef der Industriellenvereinigung Veit Sorger, Grünen-Chefin Eva Glawischnig, Bildungsexperte Bernd Schilcher, Schauspieler Günter Tolar und Brigadier Gerald Karner.Insgesamt sind 51.817 Unterstützungserklärungen eingegangen. Hannes Androsch nannte das zwar „durchaus erfreulich“, schränkte aber ein: „Für das Anliegen, einen massiven Anschub zu geben für die Modernisierung unseres Bildungssystems, ist das natürlich noch viel zu wenig.“ Um das zu erreichen, brauche das Bildungsvolksbegehren noch deutlich mehr Unterstützer. „Empört euch über die Zustände, überwindet sie“, laute daher sein Appell. Es dürfe nicht sein, dass „einige Landes- und Bundespolitiker und einige Lehrergewerkschafter das Land und seine Bildung in Geiselhaft halten“.Nach Einschätzung der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“, die Anfang Juni als Gegenpol zum Bildungsvolksbegehren gegründet wurde, sind die 52.000 Unterschriften „eine Blamage“. Dies bestätige Umfrageergebnisse, wonach nur eine Minderheit der Bevölkerung hinter Androschs Gesamtschulplänen stehe.

 

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