BM Clauda Schmied präsentiert mit Bildungssprechern Werner Amon und Elmer Mayer das "Bildungspaket 1. Arbeitshalbjahr 2010"
18. Mai 2010
Bildungsministerin Claudia Schmied präsentiert gemeinsam mit den Bildungssprechern der Regierungsparteien Werner Amon (ÖVP) und Elmar Mayer (SPÖ) das Bildungspaket des ersten Arbeitshalbjahres 2010.
"Erstklassige Bildung entscheidet über unsere Zukunft. Alle Kinder und Jugendlichen in Österreich haben das Recht auf beste Bildung und höchste Unterrichtsqualität. Mit der neuen BHS-Matura, der Ausweitung und Verlängerung der Sprachförderkurse und der Modularisierung der Abendschule setzen wir die Bildungsoffensive für mehr Qualität und Chancengerechtigkeit konsequent fort", so Bildungsministerin Claudia Schmied.
"Insgesamt handelt es sich bei den vorliegenden Materien um ein Gesamtpaket, das die Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung wichtiger Bereiche im Schulsystem zum Inhalt hat: Die Stärkung der Durchlässigkeit, Verbesserung der Vergleichbarkeit und Anrechnung sowie Anpassung an die Anforderung der Praxis - um das geht es und das ist unser Ziel. Es freut mich, dass wir die Verhandlungen in einem sehr angenehmen, konstruktiven Klima positiv abschließen konnten", so ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon.
"Der Zug in Richtung moderne, innovative Schule ist nicht mehr aufzuhalten", zeigt sich SPÖ-Bildungssprecher Elmar Mayer über das Bildungspaket erfreut. Mayer hob die Ausweitung und Verlängerung der Sprachförderkurse als wesentliche Elemente für die Integration und Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen mit mangelnden Deutschkenntnissen hervor und begrüßte zudem, dass "Österreich mit der Neuen Matura, die auch an den BHS eingeführt wird, einen weiteren Schritt in Richtung Internationalisierung und Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen macht".
Das Bildungspaket des 1. Arbeitshalbjahres 2010 beinhaltet folgende Gesetzesnovellen:
- Einführung der teilzentralen standardisierten Reifeprüfung an den Berufsbildenden Höheren Schulen (Novelle zum Schulunterrichtsgesetz): Die neue Matura an der BHS (ab Schuljahr 2014/15) ist auf dem neuen 3-Säulen-Modell aufgebaut und besteht aus einer abschließenden Arbeit, einer Klausurprüfung und einer mündlichen Prüfung. Die Klausurprüfung wird standardisierte und "schulautonome" Prüfungsgebiete umfassen. Die Standardisierung erfolgt in den schriftlichen Klausuren in Deutsch, Fremdsprache und Mathematik.
- Kompetenzorientierte Schulbücher (Novelle zum Schulunterrichtsgesetz): Mit der Einführung der Bildungsstandards und der bereits in Erprobung befindlichen teilzentralen Matura sind auch an die Unterrichtsmittel, vor allem an Schulbücher, neue Anforderungen gestellt. Schulbücher müssen in Zukunft kompetenzorientiert und auf die Anforderungen der neuen Matura eingehen. Das Gesetz tritt mit September 2010 in Kraft.
- Modularisierung der Abendschule (Novelle zum Schulunterrichtsgesetz für Berufstätige): Das Modulsystem ermöglicht eine individuelle Studienplanung und -organisation und soll dadurch eine bessere Vereinbarung des Studiums mit beruflichen und sozialen Belastungen gewährleisten. Derzeit werden an ca. 80 Schulstandorten Berufstätigenformen angeboten. Die neue modulare Unterrichtsstruktur wird mit Schuljahr 2010/11, spätestens mit Schuljahr 2011/12, eingeführt.
- Ausweitung und Verlängerung der Sprachförderkurse (Novelle zum Schulorganisationsgesetz): Die Deutschförderkurse für außerordentliche SchülerInnen sind derzeit für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen an Pflichtschulen (Volksschule, Hauptschule, Polytechnische Schulen) sowie Berufsschulen und Berufsbildenden mittleren Schulen bis zu 11 Wochenstunden möglich. Nachdem diese Maßnahme mit zwei Jahren befristet ist und mit Ende des Schuljahres 2009/2010 ausläuft, soll sie mit Schuljahr 2010/11 verbessert (Einbeziehung der AHS-Unterstufe, Ausdehnung des Besuchs auf maximal zwei Jahre) und um weitere zwei Jahre verlängert werden.
- Mehr Durchlässigkeit der Studien an Pädagogischen Hochschulen (Novelle zum Hochschulgesetz): Der akademische Grad "Bachelor of Education (Bed)" als die erste von drei Stufen nach der Studiensystematik von Bologna stellt die Grundlage für das weitere Studium dar. AbsolventInnen der Vorläufereinrichtungen (Pädagogische Akademien), die sechssemestrige Studien oder zumindest zwei Lehramtstudien absolviert haben, sollen ab Studienjahr 2010/11 die Möglichkeit der Nachgraduierung erhalten.
- Einführung eines Datenverbundes für die Pädagogischen Hochschulen (Novelle zum Bildungsdokumentationsgesetz): Ein Datenverbund erleichtert ab Studienjahr 2010/11 den Pädagogischen Hochschulen die Verwaltung der Matrikelnummern und der Inskriptionen, insbesondere bezüglich der Schnittmenge der gemeinsamen Studierenden.
"Besonders bedanke ich mich bei den Bildungssprechern der Regierungsparteien Elmar Mayer und Werner Amon für die gute Zusammenarbeit und Vorbereitung der Gesetzesnovellen. Mit diesem Bildungspaket setzen wir konsequent die nächsten Reformschritte für eine bessere Bildung", so Bildungsministerin Claudia Schmied.
Die Gesetzesnovellen haben den Ministerrat passiert (die Novellen zu teilzentraler standardisierter Reifeprüfung an den Berufsbildenden Höheren Schulen, kompetenzorientierten Schulbüchern und Ausweitung und Verlängerung der Sprachförderkurse passieren den Ministerrat am 11. Mai 2010) und werden dem Unterrichtsausschuss zur parlamentarischen Behandlung zugewiesen. Die Gesetze sollen noch vor dem Sommer im Parlament beschlossen werden
Rückfragehinweis: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Mag. Petra Hafner Tel.: (++43-1) 53 120-5031

