Grüne Ideen mit Zukunft?
9. November 2009
Wiedereinführung der 6-Tageswoche an Schulen. SchülerInnen wählen ihre 14 Ferienwochen individuell. LehrerÍnnen dürfen sich ihre Urlaubstage (höchstens 5 Wochen) ebenfalls ganz persönlich aussuchen. Eva Glawischnig, Parteichefin der Grünen, stellt 30 Zukunftsthesen zur Diskussion.
Im Kapitel "Bildung" findet sich folgende grüne Vision:
Die Bildungsvorschläge: Die Schule - eine differenzierte Gesamtschule - ist das ganze Jahr über von Montag bis Samstag ganztägig geöffnet. Schüler haben weiterhin 14 Wochen im Jahr Ferien, die jedoch individuell genommen werden können. Lehrer unterrichten an vier von fünf Unterrichtstagen in der Woche und haben regulär fünf Wochen Urlaub. Darüber hinaus haben Lehrer zwei Wochen verpflichtende Fortbildung. Auch sie sollen ihren Urlaub individuell nehmen. Auch die Lehre soll reformiert werden.
Unsere Meinung: Positiv ist der Wunsch nach einer differenzierten Gesamtschule für die 10- bis 14-Jährigen zu sehen. Auch eine längere Anwesenheit der LehrerInnen an den Schulen ist vielleicht dann möglich, wenn die Arbeitsmöglichkeiten an den Schulen grundlegend verbessert sind. Die anderen "Visionen" lehnen wir jedoch ab: Die individuell wählbaren Ferien- oder Urlaubstage für SchülerInnen und LehrerInnen verhindern einen planbaren Unterricht, der organisatorische Aufwand würde sich vervielfachen. Unterrichtsinhalte, die aufbauend und Schritt für Schritt erarbeitet werden, ließen sich kaum mehr vermitteln. Die Reduzierung der Ferien auf 5 Urlaubswochen für LehrerInnen bedeutet, dass man etwa 8 Wochen im Jahr länger arbeiten müsste, wenn man die zwei Wochen Fortbildung abzieht, sind es immer noch etwa 6 Wochen. Der Verlust von Erholungs- und Vorbereitungsphasen würde die Belastung im Lehrberuf enorm erhöhen, und die Gefahr des vermehrten Burnouts liegt auf der Hand.
Mag. Rudolf Rebhandl

